ZKS-Verlag e.V. - Verein zur Föderung von wissenschaftlichen Publikationen zur Klinischen Sozialarbeit

"Reso - Map" Tertiäre Kriminalprävention mit Hilfe standardisierter psycho-sozialer Diagnostik und Interventionsplanung

AutorInnen:

Melanie Pracht

Schlagworte:

Strafvollzug Resozialisierung Übergangsmanagement Wiedereingliederung Kriminalprävention

Datum:

06.06.2016

Seiten:

106 Seiten

Das Statistische Bundesamt verzeichnet über 60.000 Gefangene und Verwahrte in deutschen Justizvollzugsanstalten. Etwa 96 Prozent aller Strafgefangenen werden aus der Haft wieder entlassen. Die Freiheitsstrafe, als härteste Sanktionsform des deutschen Strafrechts, weist im Vergleich zu anderen Sanktionsformen die höchste Rückfallquote auf.

Ehemalige Inhaftierte sind nach der Haftentlassung meist mit multiplen Problemlagen, Stigmatisierung sowie Diskriminierung konfrontiert und mit einer

selbstständigen Eingliederung in soziale und gesellschaftliche Strukturen überfordert. Die Übergangsphase, zwischen Inhaftierung, Entlassung und Wiedereingliederung, können sehr viele Betroffene nicht erfolgreich bewältigen. Viele von ihnen werden erneut straffällig und oftmals kehren sie in den Strafvollzug zurück. Das Strafvollzugsziel der Resozialisierung (vgl. § 2 StVollzG) wird somit vielfach nicht erreicht.

Gut vernetzte Hilfsangebote und Hilfssysteme, welche eine individuelle, lebenslagenübergreifende, ressourcen- und bedarfsorientierte professionelle Begleitung und Unterstützung in der risikobehafteten Übergangsphase zwischen Inhaftierung, Entlassung und Wiedereingliederung sicherstellen, sind die Ausnahme. Stattdessen gibt es in Deutschland eine Vielzahl von Handlungsansätzen und Projekten, mit zum Teil nur kurzer Lebensdauer. Dies bemängeln Fachleute aus Theorie und Praxis und fordern eine Weiterentwicklung, Standardisierung und Etablierung des Übergangsmanagements.

Auf Grundlage dieses Problemaufrisses erfolgt die Darstellung des Konzeptionsentwurfs „Reso-Map“. Ziel des Entwurfes ist die Entwicklung eines evidenzbasierten und standardisierten Instruments der psycho-sozialen Diagnostik für die Soziale Arbeit im Resozialisierungsprozess mit (ehemaligen) Strafgefangenen. Reso-Map soll die Weiterentwicklung, Qualitätssteigerung und Etablierung des Übergangsmanagements im Haftentlassungszusammenhang fördern. Langfristiges Ziel ist die erfolgreiche Wiedereingliederung ehemaliger Strafgefangener in soziale und gesellschaftliche Strukturen und somit die Senkung der Rückfallquote (tertiäre Kriminalprävention) sowie der Schutz potentiell künftiger Opfer.

Für ein kohärentes und transdisziplinäres Verständnis werden vor allem theoretische und empirische Erkenntnisse der Soziologie, Kriminologie und Psychologie sowie relevante Grundlagen der Rechtswissenschaften herangezogen.

ISBN Online: 978-3-934247-53-6