ZKS-Verlag

Ein kohärenter Umgang mit Arbeitszeit 

AutorInnen:

Thomas Fischer

Schlagworte:

Arbeitsbelastung Gesundheitsförderung Verantwortung Kohärenz Sozialmanagement

Datum:

22.01.2017

Seiten:

44 Seiten

Wer kennt es nicht, das aufsässige Gefühl nicht genug Zeit zu haben? Worauf jedoch kann sich im Arbeitsalltag als Leitungsperson ein verlässliches und grundlegendes Zeitmanagement abstützen? Ein Zeitmanagement, das nicht bloss fragmentarisch Symptome bekämpft, wie die hilflose Regel nur zweimal täglich die Mails zu checken? Bietet sich nicht die Salutogenese an, um ein Zeitmanagement zu konzipieren, das sich ebenso an der subjektiven Erträglichkeit wie auch am objektiven Ertrag ausrichtet? Ein Zeitmanagement, das als kohärenten Umgang mit der Arbeitszeit auf das sinnvolle Tun der Leitungsperson abstützt?

Die Diplomarbeit geht diesen Fragen nach und richtet sich dafür an folgenden Wegmarken aus:

A. Die Spur aufnehmen – ein salutogenetisches Zeitmanagement als kohärente Arbeitszeit entfaltet sich aus dem anhaltenden Vertrauen in eine intersubjektive, miteinander geteilte Welt über die Dimensionen von Verständnis, Handhabe und Bedeutung. Kohärente Arbeitszeit antwortet auf die Fragen: Habe ich wirklich verstanden, wofür ich mich einsetze? Was bewirke ich mit diesem konzeptionsgeleiteten Handeln? Welche persönliche und soziale Bedeutung hat dieses Handeln?

B. Story telling – durch den Fokus auf Prozesse in der Leitungsarbeit, welche exemplarisch aus dem Ruder gelaufen sind, wird alsdann anschaulich aufgezeigt, was bei einem verschwenderischen, redseligen, voreiligen, ziellosen, misslaunigen und unreflektierten Umgang mit der Arbeitszeit schief gehen kann. Es handelt sich um die empathische Zuwendung und eingehende Analyse problematischer Schieflage und einem darin begründeten Lernprozess.

C. Phänomenologische Reduktion – endlich werden die wesentlichen Aspekte der besagten Fehler herausgeschält und es wird klar, welche Dysfunktion den Lead übernommen hat. Anschliessend können gemäss der dialektischen Methode aus der fehlerhaften (Dys-)Funktion durch einen Umkehrschluss begünstigende Faktoren gezogen werden, um es inskünftig richtig zu machen. Eine neue Position ist erlangt, die unmittelbar mit der anfänglichen, salutogenetischen Orientierung übereinstimmt.

D. Leitungsform – begünstigende Faktoren eines kohärenten, heisst nachvollziehbaren, wirkungsmächtigen und auch persönlich bedeutsamen Umgangs mit der stets spärlich bemessenen Arbeitszeit werden heraus gearbeitet:

1. Zögern, bis ein geforderter Entscheid verhältnismässig und wohlbegründet oder mit anderen Worten menschenfreundlich ausfällt.

2. Durch einen Motivationsgrund und ein, mindestens anerkennendes, Verständnis bedingte Handlungsanweisungen.

3. Lob den operationalen Begriffen, welche Haltung, Einsatz und Wirksamkeit regeln.

4. Wirklich vertrauen heisst gegenseitiges Feedback sicherstellen.

5. Skeptisch sein durch die Prüfung unterschiedlicher Alternativen, nicht zuletzt des Status quo.

6. Den Unterschied machen durch Nicht-eintreten und nachhaltige Planung.

Die Faktoren greifen ineinander und sind verschränkt. Ein kohärenter Umgang mit Arbeitszeit entfaltet sich nun genau von diesem Ort der Verschränkung her, da entschiedene Festigkeit meiner selbst, verbindliches Verhalten gegenüber anderen Menschen und ein reflektiertes Engagement für „...eine einfachere, weniger komplexe Systemordnung, die auf menschliche Handlungskapazitäten zugeschnitten ist“ (N. Luhmann) den Lead übernehmen.

ISBN Online: 978-3-934247-59-8