ZKS-Verlag e.V. - Verein zur Föderung von wissenschaftlichen Publikationen zur Klinischen Sozialarbeit

Schizophrene Psychose – Behandlungsmöglichkeiten und die Rolle der Sozialen Arbeit

AutorInnen:

Anika Stitz

Schlagworte:

IPT Behandlung Klinische Sozialarbeit Psychoedukation Psychose Schizophrenie

Datum:

11.08.2011

Seiten:

126 Seiten

Die schizophrene Psychose ist nicht nur eine Krankheit. Diese Diagnose hat viele Namen, viele Stigmata und gehört zu den schwerwiegendsten Krankheiten weltweit – neben Depression und Alkoholismus. Die Menschen begegnen ihr mit Angst und können sich nur schwer in die Betroffenen hineinversetzen. Die Betroffenen selbst und auch ihre Angehörigen müssen lernen mit dieser Erkrankung zu leben, denn die Heilungschancen sind gering und die Folgen dieses Krankheitsbildes betreffen nahezu alle Lebensbereiche. Häufig haben die Betroffenen zum Zeitpunkt der Erstdiagnose noch nicht einmal ihr 30. Lebensjahr vollendet und leben nicht selten (isoliert) in prekären Lebenssituationen. Mit oder ohne therapeutischer Begründung wurden in den vergangenen Jahrzehnten eine Vielzahl von Therapiemethoden an schizophrenen Menschen durchgeführt. Auf diese Weise entstand ein mehrdimensionales Behandlungsverständnis, was die Betroffenen darin unterstützten soll, ein weitestgehend autonomes Leben – außerhalb einer Psychiatrie – zu führen.

Die vorliegende Bachelorthesis setzt sich mit den Behandlungsmöglichkeiten einer schizophrenen Psychose auseinander und beleuchtet dabei die Rolle der (Klinischen) Sozialarbeit.

Eingangs werden theoretische Grundlagen zum besagten Störungsbild vorgestellt. Diese umfassen die Diagnosekriterien, die unterschiedlichen Formen einer schizophrenen Psychose entsprechend dem ICD-10, die Ätiologie, die Epidemiologie und der Verlauf. Im Anschluss werden verschiedene Therapieansätze kurz vorgestellt, ehe dann die Psychoedukation und das Integrierte Psychologische Therapieprogramm (IPT) im Besonderen erörtert werden. Hierbei wird am Ende jeweils der Bezug zum Psychiatrischen Zentrum Rickling hergestellt. Dieses unterhält eine sogenannte „Schizophrenie-Station“, die sich vorrangig auf dieses Störungsbild spezialisiert hat. Auf dieser Station wird ein bis zwei Mal in der Woche eine Psychoedukation und das IPT durchgeführt. Die PatientInnen sollen die Psychoedukationsgruppe „Pegasus“ mindestens einmal im Ganzen durchlaufen, ehe sie entlassen werden. Dies soll u.a. den sogenannten „Drehtüreffekt“ vieler Betroffener reduzieren.

Im Anschluss wird kurz die Klinische Sozialarbeit als Fachsozialarbeit vorgestellt. In diesem Kapitel liegt der Fokus vorrangig auf der historischen Entwicklung der Klinischen Sozialarbeit, ihrem Selbstverständnis, ihrer Zielgruppe und dem Aufgabenspektrum. Weiterhin werden die Chancen der Klinischen Sozialarbeit in Deutschland beleuchtet. Die anschließende Diskussion will erneut den Praxisbezug zum Theorieteil hervorheben und gibt einen Überblick über das (teilweise unglückliche) Verhältnis der Sozialen Arbeit zur Medizin. Anschließend wird erneut der Bedarf an Therapieformen wie der Psychoedukation und dem IPT in der Behandlung einer schizophrenen Psychose unterstrichen. Angesichts des Anspruches einer ganzheitlichen Behandlung wird die Notwendigkeit der Integration von Klinischen SozialarbeiterInnen in interdisziplinäre Teams und in die Behandlungsplanung erörtert. In Deutschland hat die Klinische Sozialarbeit noch immer einige Widerstände in der Praxis zu überwinden, die ebenfalls im Diskussionsteil beleuchtet werden. So werden Klinischen SozialarbeiterInnen teilweise noch immer in ihren Handlungskompetenzen und Interventionen unterschätzt.

Fakt ist allerdings, dass schizophrene Menschen von dieser Fachsozialarbeit profitieren würden, da Klinische SozialarbeiterInnen ihr Wissen über das Krankheitsbild und die jeweiligen Interventionen im Rahmen ihres psycho-sozialen-Behandlungsverständnisses auf den Einzelfall anwenden können. Folglich endet die Bachelorthesis mit der Hoffnung, dass die Klinische Sozialarbeit die bestehenden Hindernisse überwinden kann, da sie einen wichtigen Beitrag zur Therapie der schizophrenen Psychose beitragen und die Behandlung dieses Störungsbildes noch effektiver gestalten kann.

ISBN Online: 978-3-934247-36-9